Gefährliche AOK-Shirts

20. Juni 2016
von Philipp Scheffbuch
in
AOK LAUF

Die AOK nennt sich Gesundheitskasse. Eigentlich ergibt das Sinn: denn je gesünder die Versicherten von klein auf leben, desto weniger liegen sie ihrer Krankenkasse später auf der Tasche. Am vergangenen Wochenende war Stuttgart-Lauf, mehrere Tausend Schüler liefen einen 1,2 Kilometer langen Parcours. Die AOK-Baden-Württemberg war Hauptsponsor. Auch das ergibt Sinn. Laufen ist gesund, eigentlich gesund.
Dass die stolze Gesundheitskasse den kleinen Läufern ein bedrucktes T-Shirt aus Bangladesch in die Hand drückte, ergibt keinen Sinn. Kein Organic, kein Siegel, einfache bedruckte Massenware für jedes Kind. Besonders fragwürdig: Weil die Shirts erst kurz vor dem Rennen ausgehändigt wurden, waren die Kinder schier gezwungen die Shirt ungewaschen auf der Haut zu tragen; und das bei einem schweißtreibenden Wettlauf.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat vor einiger Zeit einen umfangreichen Test vorgenommen und fortpflanzungsschädigende Weichmacher in hoher Konzentration in bedruckten T-Shirts festgestellt. Auch hormonell wirksame und krebserregende Chemikalien fanden sich in den Produkten. Die AOK nennt sich weiter Gesundheitskasse.

Nachtrag am 25.8.2016: Heute hat die AOK Stuttgart-Böblingen auf unser Schreiben vom 21. Juni dieses Jahres reagiert. Die Kernaussage: „Für Ihre Hinweise zu den T-Shirts, die wir gemeinsam mit dem Württembergischen Leichtathletik-Verband bei den Kinderwettbewerben im Rahmen dieser Veranstaltung zur Verfügung stellen, danke ich Ihnen. Mit der Prüfung der von Ihnen angesprochenen Sachverhalte haben wir unverzüglich begonnen. Aktuell laufen Gespräche mit allen Beteiligten.“ Gezeichnet, Stuttgart, 22.08.2016, Geschäftsführer Christian Kratzke

Meistgelesene Beiträge