kostenfrei Parken und fair shoppen

06. Juni 2017
von Philipp Scheffbuch
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parken

schlechtmensch mag alle: Sogar die Autofahrer. Fast 100 000 Autofahrer fahren jeden Tag an unserem netten Laden in Stuttgart-Mitte vorbei und blicken mit traurigen Augen in Richtung unserer hübschen Schaufenster, weil sie denken, sie dürften nicht halten und parken. Die Autofahrer in Stuttgart tuckern inzwischen den ganzen Tag durch die Stadt, haben es sich aufgrund typischer schwäbischer Tugenden beinahe ganz abgewöhnt, ihr Fahrzeug in der City abzustellen. Kurioserweise verlangt die der Umweltbewegung zumindest scheinbar nahe stehende Stadtverwaltung nur von denjenigen, die den Motor in der Stadt abstellen Geld, nicht aber von denen, die sich jeden Tag nur durchstauen und nicht bereit sind, ihren Motor. Und Stuttgart greift beherzt zu: Nach heutigen Lokalzeitungsberichten wird die Stadt Stuttgart demnächst gar annähernd vier Euro für eine Stunde Parken in Rechnung stellen.

Die meisten schlechtmensch-Kunden pilgern zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der U-Bahn zu uns ans Neckartor. Wer jedoch sowieso bei uns vorbeifährt, dem sei gesagt: direkt vor unserem Laden darf der Autohalter kostenfrei sein Fahrzeug abstellen, den Motor abschalten, bei uns stöbern und bei Gefallen natürlich auch einkaufen. Hierfür muss der Autobesitzer am Parkscheinautomat in der Schubartstraße nur auf die Brötchentaste drücken, den kostenfreien Parkschein entnehmen, hinter seine Windschutzscheibe legen und sieben Schritt zu unserer Eingangstür gehen.

Übrigens: Sollten wider Erwarten die vier Kurzzeit-Parkplätze direkt vor unserem Laden belegt sein, dürfen Menschen, die sich für unsere faire Mode interessieren, sehr gerne auch bei uns im Hinterhof parken. Hierfür bitte einfach direkt vor die Ladentür fahren und uns Bescheid geben.

Vergessenes Grab: Daimler

18. Februar 2017
von Philipp Scheffbuch
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daimlergrab

Es ist allgemein bekannt: in Stuttgart gibt es einen nicht unbedeutenden Autokonzern, er setzt 153 Milliarden Euro im Jahr um und erwirtschaftet einen Gewinn von 12,5 Milliarden Euro, er verschafft 282.000 Mitarbeitern einen Job und bezahlt seinem Vorstand jährlich 29 Millionen Euro. Der Konzern nennt sich nach dem Familienname des Mannes, der das erste vierrädrige Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor erfunden hat: Gottlieb Daimler. Gottlieb Daimler lebt nicht mehr, sondern liegt seit 117 Jahren auf dem Uff-Kirchhof in Stuttgart-Bad-Cannstatt.

Zwischen der edlen repräsentativen Daimler-Konzernzentrale in Untertürkheim und dem Uff-Kirchhof in Bad Cannstatt liegen genau 3,2 Kilometer Straße. Mit einem herkömmlichen Pkw benötigt man für die Strecke maximal sieben Minuten, mit einem Mercedes wahrscheinlich nur sechs Minuten. Der Uff-Kirchhof liegt zwischen der Lutherkirche und der Liebfrauenkirche, den vielleicht schönsten beiden Kirchen im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet. Auf diesem eindrücklichen Friedhof also befindet sich die letzte Ruhestätte des Mannes, dem sowohl der Vorstand als auch alle Angestellten der heutigen Daimler AG ihren relativen Wohlstand zu verdanken haben. Besucher erwarten – wie an vielen anderen vergleichbaren Orten auch – ein stolzes würdevolles Grab, ein gepflegtes Grab, ein Grab, das Respekt und auch Dankbarkeit zum Ausdruck bringt. Das alles ist hier aber erstaunlicherweise nicht zu sehen.

Es liegt altes Laub zwischen den Bäumchen, davor ein mehrere Wochen altes Gesteck. Ansonsten gibt es keinen Kranz, keine Gedenktafel, nichts. Es ist mehr als zu spüren: der Gründer ist vergessen, hier scheint das börsennotierte Wirtschaftsunternehmen, das sonst auf kostspielige Hochglanz-Werbung setzt, zum knauserigen Erben zu werden. Dabei kostete eine tagtägliche Grabpflege wohl kein Vermögen. Es geht viel eher um die Gewichtung. So steht sehr nahe zu vermuten, dass der Untertürkheimer Autokonzern auf dem Uff-Kirchhof für ein gesamtes Kalenderjahr Grabpflege weit weniger als einen Tagessatz der Vergütung des heutigen Vorstandsvorsitzenden aufwendet. So oder so: Das Grab macht nachdenklich.

Keine Kameras bei uns

12. Januar 2017
von Philipp Scheffbuch
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Bild Kamera

Liebe Staatschefs, und wegen der Gleichberechtigung natürlich auch: liebe Staatschefinnen!

Falls Sie ein fremdes Land beherrschen, in dem nicht Deutsch die Amtssprache ist – sondern zum Beispiel Englisch oder Russisch – bitten wir Sie, den Google Translator einzuschalten.

Wir fühlen in diesen turbulenten Tagen mit Ihnen. Sie leiden sicher unter einem enormen Vertrauensverlust, fühlen sich überall beobachtet, ausgespäht und können auch Ihre ungewöhnlichsten Sexualpraktiken nirgends mehr ausüben, weil Sie überall versteckte Kameras vermuten. Geheimdienste sind Ihnen auf der Spur und Sie wissen nicht mehr, wer gefährlicher ist: der eigene oder der feindliche? Sie sind kurz davor, paranoid zu werden und wissen nicht mehr, wo Sie die Hosen runterlassen können. Wir mit unserem sympathischen kleinen Fairtrade-Shop mitten in Stuttgart haben ein sehr attraktives Angebot für Sie: Sie können bei uns die Hosen runterlassen ganz ohne Videoüberwachung. Wir selbst haben keine Kameras montiert und haben bisher erfolgreich allen Geheimdienstagenten die Tür gewiesen. Sie können also ganz in Ruhe unsere hübschen Klamotten anprobieren und bei Gefallen auch gerne erwerben. Wir akzeptieren Ihre Kreditkarte. Bei außergewöhnlichen pikanten Sonderwünschen bitten wir Sie zu berücksichtigen, dass wir große Schaufenster haben.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr schlechtmensch-Team

Ansvar Rucksack in Stuttgart

25. November 2016
von Philipp Scheffbuch
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Habt Ihr schon einmal ein Segeltuch gesehen, das mit Regen Probleme hätte? Eben.

Segeltücher bestehen aus einem dicht gewebten Stoff, der sich Canvas, gesprochen „kann was“, nennt.  Die deutsche Lautsprache kommt diesem Alleskönner unter den Garnen inhaltlich sehr nahe: Wasser von oben, von der Seite und von unten ist kein Problem. Der große Ansvar Rucksack von Melawear besteht aus 100 Prozent aus Biobaumwolle, das nach Fairtrade-Kriterien angebaut wurde. Garantiert ist damit, dass es keine Ausbeutung bei der Rohstoffproduktion, dem Baumwollanbau, gegeben hat. Damit nicht genug: Ansvar ist der erste Rucksack, der auch GOTS zertifiziert ist. Damit erfüllt er alle sinnvollen ökologischen und sozialen Kriterien (Details zu GOTS hier klicken) und gibt dem Träger die Sicherheit, auf seinem Rücken ein einwandfreies Teil zu tragen. Der Ansvar-Rucksack ist in einem skandinavischen Design hergestellt. Ansvar bedeutet in Skandinavien Verantwortung. Der Rucksack ist also nicht nur ein schickes und sehr bequemes Aufbewahrungsmittel, sondern ein Statement für alle Menschen, die etwas verändern wollen.

Der Rucksack ist erst im April 2016 auf den Markt gekommen und wird Gottseidank von den Kunden häufig nachgefragt. Kommt in unseren Laden und fühlt das Material und schaut Euch die schönen Farben an. Inzwischen gibt es zusätzlich auch den kleineren Ansvar II für 79,90 Euro. Selbstverständlich wird der Rucksack wie alle unseren Artikel bei einer Online-Bestellung kostenfrei und innerhalb eines Tages zu Euch ins Bundesgebiet geliefert.

zu unserem Online-Shop Ansvar hier klicken

zu unserem Echten Laden in Stuttgart-Mitte hier klicken

 

Oettinger bei Jesus

17. November 2016
von Philipp Scheffbuch
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oettinger-blog

Keine Frage: Günther Oettinger ist ein Guter.

Eigentlich braucht es dafür keine Belege, dennoch:

2007 zeigt Oettinger, dass er Trauerreden beherrscht: „Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes.“

Im selben Jahr äußert Oettinger sich klug zu Kriegen im Allgemeinen: „Das Blöde ist, es kommt kein Krieg mehr.“

Und 2010, kurz vor seinem Wechsel nach Brüssel, gibt er bescheiden aber aufrichtig den Stand seiner Sprachkenntnisse wider: „Ich bin in Englisch für das Gespräch sehr sicher.“

Im vergangenen Monat formuliert Oettinger erneut sprachlich geschickt und herzzerreißend einfühlsam die äußerlichen Merkmale von Menschen aus Fernost: Chinesen seien „Schlitzohren und Schlitzaugen“, die sich schwarze Schuhcreme ins Haar schmierten. Das sind doch kluge Aussagen: wer keine Bilder nutzt, macht Dinge nicht anschaulich! Kein Wunder also, dass alle Bürger ehrfurchtsvoll nach Brüssel stieren ob der menschlichen und intellektuellen Fähigkeiten unseres württembergischen Gesandten.

Betrübt stellen wir aber seit gestern fest, dass Günther Oettinger sich wegen einer Flugreise verteidigen muss. Was in Gottes Namen soll denn daran anstößig sein, dass der EU-Kommissar mit dem ehemaligen Daimler-Manager und heutigen Lobbyisten Klaus Mangold in dessen Flugzeug kostenlos nach Ungarn reist? Es ist doch einfach nur schön, dass Oettinger unbedingt den Ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zum Abendessen treffen wollte. Gilt Orban doch als liberaler Freigeist der EU, mit dessen menschenfreundlichem Gedankengut sich die EU beschäftigen sollte. Deshalb war es auch konsequent, dass Oettinger alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um den wahrlich vielbeschäftigten ungarischen Ministerpräsidenten nicht auf irgendeine Linienmaschine warten zu lassen. Lässt man etwa Dalai Lama, Che Guevara oder Jesus Christus warten? Eben!

„Deshalb hat die ungarische Regierung vorgeschlagen, dass Günther Oettinger im Flugzeug von Klaus Mangold mitfliegt, der auch nach Budapest reiste“, heißt es in Oettingers Stellungnahme. „Das war der einzige mögliche Weg, rechtzeitig zu dem Treffen zu kommen. Die ungarischen Behörden bezahlten auch für die Unterbringung in Budapest.“

Es wird einem richtig warm ums Herz: Nicht nur Oettinger ist ein Guter. Auch Orban ist einnehmend sympathisch. Und Klaus Mangold sowieso.

Kirchen als Sparfüchse

06. Oktober 2016
von Philipp Scheffbuch
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„Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“ Soweit Jesus Christus, überliefert zumindest nach Matthäus 6.

Heute hat das Erzbistum Köln den jährlichen Finanzbericht veröffentlicht. Demnach hortet alleine das Kölner Bistum 2500 Millionen Euro in Wertpapieranlagen. Die Immobilienanlagen werden zusätzlich vorsichtig gerechnet auf 600 Millionen Euro ausgewiesen, dazu kommen Sachanlagen und Umlaufvermögen. Das Bistumskapital, die Rücklagen und die Rückstellungen zusammen – also im Prinzip der der bezifferte Angstfaktor vor der Zukunft – beläuft sich auf 3,2 Milliarden Euro, also sagenhafte 3200 Millionen Euro! Die Münchener und die Paderborner Bistümer sind noch reicher als die Kölner, beziehungsweise – in den Worten Jesu – noch sorgenvoller.

Auch die Protestanten leben alles andere als sorglos in den Tag hinein. Alleine die Evangelische Landeskirche in Württemberg könnte von heute auf morgen 3000 Millionen Euro lockermachen, so viel Geldvermögen besitzt die Landeskirche. Zusätzlich gibt es laut deren Bilanz ein beträchtliches realisierbares Immobilienvermögen. Betrachtet man die Passivseite der Bilanz wird der Reichtum klar: Eigenkapital und die aus Sorge gebildeten Rückstellungen zusammen erreichen 3,8 Milliarden Euro, also sogar mehr als im Bistum Köln. Dringende Verwendung scheint die württembergische Landeskirche momentan nicht für ihr Vermögen zu haben, so wurden mehr als 1100 Millionen Euro in längerfristigen Finanzanlagen geparkt.

Die Kirchen beider Konfessionen argumentieren gerne mit der Vorsorge für schlechtere Zeiten oder noch präziser mit der Notwendigkeit, für die eigenen Bediensteten Pensionsrückstellungen bilden zu müssen. Dabei gibt es nicht wenige Menschen im In- und Ausland, die heute in existenzieller Not sind. An diesen Personenkreis wird in beiden Kirchen nicht selten erinnert, besonders nachdrücklich, wenn es um Opfergaben im Gottesdienst geht.

Zum Vergleich: herkömmliche Wirtschaftsunternehmen stecken ihre Mittel normalerweise in ihr Kerngeschäft und haben nur wenige Mittel übrig, um Finanzanlagen anzuhäufen – es sei denn es handelt sich um deren Kerngeschäft, also um Hedgefonds oder Investmentfirmen.

„Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch.“ Die Leichtigkeit der zitierten Vögel ist bei den Kirchen nicht wirklich zu spüren. Ganz im Gegenteil. Es wäre spannend zu erfahren: woher kommt die ganze Angst?

Hädsch dei Gosch ghalda, hädd di dr Bosch bhalda

27. September 2016
von Philipp Scheffbuch
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Rund um Stuttgart ist häufig ein schwäbischer Spruch zu hören, den selbstbewusste Bosch-Mitarbeiter seit jeher von sich geben: „Hald dei Gosch, i schaff beim Bosch.“ Bosch war schon immer der Inbegriff der Sicherheit. Spötter in Stuttgart sagen, es gebe keinen Unterschied zwischen einer Beamten- und einer Bosch-Laufbahn.

Bosch gilt in Württemberg als sakrosankt, nicht zuletzt, weil der Gründer Robert Bosch ein Wohltäter war. Heute betreibt die Bosch-Stiftung viel Gutes in Gesundheit, Wissenschaft und Völkerverständigung. Die Bosch-Stiftung verwaltet (sehr schwäbisch vorsichtig gerechnet) eine Milliarde Euro. Für das Unternehmen sind die Aktivitäten der Stiftung alles andere als hinderlich, im Gegenteil: So umhegt die Stiftung junge Akademiker und Journalisten und knüpft früh Bande zu den künftigen Entscheidern und Multiplikatoren, gegen Bosch will niemand sein.

Seit einem Jahr steckt der schwäbische Autozulieferer nun im ungeheuerlichsten Wirtschaftsskandal, den es je in Deutschland gegeben hat: Bosch hat die Schummelsoftware für Volkswagen entwickelt, mit der die Wolfsburger beinahe zwölf Millionen Autokäufer betrogen haben und unzählige nationale Umwelt- und Steuerauflagen missachtet haben. Es gibt laut US-Behörden Belege, dass Bosch-Chef Volkmar Denner schon lange über den Betrug im Bilde war: vor zweieinhalb Jahren soll er sich sogar mit dem damaligen Volkswagen-Chef Martin Winterkorn getroffen haben, um das weitere Vorgehen zu besprechen, weil es Anzeichen gegeben haben soll, dass die Schummelsoftware auffliegt.

Die US-Ankläger rüsten sich inzwischen, gegen Bosch vor Gericht zu ziehen. Während der Dax-Konzern Volkswagen mit den US-Klägern längst einen Vergleich geschlossen hat, versucht das Stuttgarter Stiftungsunternehmen sich wegzuducken. Von Bosch gibt es keine Erklärungen, die auch irgendetwas erklären und schon gar keine Schuldeingeständnisse. Noch viel besser: Bosch weigert sich standhaft, den US-Behörden volle Einsicht in die eigenen Unterlagen zu gewähren.

Gut für Bosch, dass die einstigen Auto-Skeptiker von den hiesigen Grünen die örtlichen Machenschaften so geschmeidig beurteilen wie sonst wohl nur der Bundesverband der deutschen Industrie. So drückte der baden-württembergische grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Falle des größten Abgasskandals der Geschichte unlängst sogar sein Verständnis aus. Kretschmann klang beinahe wie ein Firmensprecher als er vergangene Woche sagte, bei der Aufklärung der Vorwürfe und bei künftigen Vorsorgemaßnahmen habe er „volles Vertrauen“ in den Konzern. Die Dieseltechnologie sei sehr wichtig für Baden-Württemberg, circa 50 000 Arbeitsplätze hingen daran. „Da geht es schon um sehr viel“, sagte der wichtigste Repräsentant der einstigen Umweltschutz-Partei.

Übrigens: Bevor der Skandal vor wenigen Wochen Schlagzeilen machte, bekamen alle Bosch-Mitarbeiter eine Email, in denen sie vordergründig auf eine negative Berichterstattung eingestimmt wurden. Nicht explizit ausgeschrieben, aber zwischen den Zeilen durchaus angedeutet, war der Appell an die Arbeitnehmer, Ruhe zu bewahren. Dass es auch beim angesehenen Bosch seit jeher besser ist, sich stromlinienförmig zu verhalten und sich nicht zu äußern, ist für Stuttgarter Bürger aber eigentlich nichts Neues. So lautet der zweite Teil des schwäbischen Bonmots: „Hädsch dei Gosch ghalda, hädd di dr Bosch bhalda.“

Armed Angels Jeans in Stuttgart

22. August 2016
von Philipp Scheffbuch
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schlechtmensch, die faire Boutique in Stuttgart-Mitte, macht auch bei den Hosen überhaupt keine Kompromisse: Wir verkaufen ausschließlich Beinkleider, die GOTS-zertifiziert sind. Wahrscheinlich sind wir der einzige Laden weit und breit, der so radikal vorgeht. Und das nicht, weil wir den Dünkel haben, alles besser zu machen, sondern weil wir Kunden verstehen, die beim Thema Bio und Fair auch zweifelnde Stirnfalten entwickeln. Deshalb verlassen wir uns nicht auf die Angaben irgendwelcher Hersteller, besser, fairer und umweltgerechter zu sein, sondern wollen von allen Herstellern Nachweise sehen. Gerade bei Jeans war das schwer, insbesondere bei Männer-Jeans. Denn lange gab es keinen Hersteller, der GOTS-zertifizierte Männerjeans angeboten hat.

Jetzt endlich haben wir auch für Männer hier im Shop zertifizierte Jeans von Armed Angels (ab 89,90 Euro und von Feuervogl. Die ersten Rückmeldungen der männlichen Kunden sind sehr gut. Es dürfte nun keinen Bursche mehr geben, der ohne Hose unseren Laden verlassen muss. Frauen sind noch besser dran: Wir haben hier auch sehr viele Farben und Styles im Angebot.

Der GOTS (Global Organic Textile)-Standard stellt strikte umwelttechnische Anforderungen an die gesamte textile Produktionskette und verlangt gleichzeitig die Einhaltung von Sozialkriterien. GOTS verbietet die Verwendung von Chemikalien, die Krebs, Geburtsschäden und andere schwere Krankheiten verursachen können. Alle Farbstoffe werden vor ihrer Zulassung geprüft. Die Menschen, die GOTS zertifizierte Artikel herstellen, kommen nicht mit giftigen Chemikalien in Berührung. Zusätzlich basieren die GOTS-Sozialkriterien auf den Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Unter anderem werden der Lohnschutz garantiert, Kinder-und Zwangsarbeit verboten. Die vielen weiteren Kriterien könnt Ihr hier lesen:   die Sozialkriterien…hier klicken

Besucht uns einfach direkt am U-Bahn-Halt Neckartor in Stuttgart. die genaue Anfahrtsbeschreibung…hier klicken

 

Per Urteil lustvoller Sex

19. Juli 2016
von Philipp Scheffbuch
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zutritt

„Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, dass sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen lässt. Wenn es ihr infolge ihrer Veranlagung oder aus anderen Gründen versagt bleibt, im ehelichen Verkehr Befriedigung zu finden, so fordert die Ehe von ihr doch eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen. Denn erfahrungsgemäß vermag sich der Partner, der im ehelichen Verkehr seine natürliche und legitime Befriedigung sucht, auf die Dauer kaum jemals mit der bloßen Triebstillung zu begnügen, ohne davon berührt zu werden, was der andere dabei empfindet. Deshalb muss der Partner, dem es nicht gelingt, Befriedigung im Verkehr zu finden, aber auch nicht, die Gewährung des Beischlafs als ein Opfer zu bejahen, das er den legitimen Wünschen des anderen um der Erhaltung der seelischen Gemeinschaft willen bringt, jedenfalls darauf verzichten, seine persönlichen Gefühle in verletzender Form auszusprechen.“ Soweit ein wortwörtliches Urteil des Bundesgerichtshofes 1966.
Die Vorgeschichte: Der klagende Ehemann gab an, „die Zerrüttung der Ehe sei aus der Einstellung der Beklagten zum ehelichen Verkehr entstanden. Sie habe ihm erklärt, sie empfinde nichts beim Geschlechtsverkehr und sei imstande, dabei Zeitung zu lesen; er möge sich selber befriedigen.“
Der Bundesgerichtshof stellte 1966 klar, die Ehefrau muss dem Ehemann – egal was sie selbst dabei empfindet – Lust und Anregung vorspielen. Heute kümmert sich der Gesetzgeber, dass ein Nein ein Nein ist. Damals sollte ein Nein ein lustvolles Ja sein, so wollten es die höchsten Richter in der jungen Bundesrepublik.
Gruseliger Nebeneffekt: Wer heute um die 50 Jahre alt ist, darf zumindest vermuten, dass es extrem lustvoll zugegangen ist bei der eigenen Zeugung.

Gefährliche AOK-Shirts

20. Juni 2016
von Philipp Scheffbuch
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AOK LAUF

Die AOK nennt sich Gesundheitskasse. Eigentlich ergibt das Sinn: denn je gesünder die Versicherten von klein auf leben, desto weniger liegen sie ihrer Krankenkasse später auf der Tasche. Am vergangenen Wochenende war Stuttgart-Lauf, mehrere Tausend Schüler liefen einen 1,2 Kilometer langen Parcours. Die AOK-Baden-Württemberg war Hauptsponsor. Auch das ergibt Sinn. Laufen ist gesund, eigentlich gesund.
Dass die stolze Gesundheitskasse den kleinen Läufern ein bedrucktes T-Shirt aus Bangladesch in die Hand drückte, ergibt keinen Sinn. Kein Organic, kein Siegel, einfache bedruckte Massenware für jedes Kind. Besonders fragwürdig: Weil die Shirts erst kurz vor dem Rennen ausgehändigt wurden, waren die Kinder schier gezwungen die Shirt ungewaschen auf der Haut zu tragen; und das bei einem schweißtreibenden Wettlauf.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat vor einiger Zeit einen umfangreichen Test vorgenommen und fortpflanzungsschädigende Weichmacher in hoher Konzentration in bedruckten T-Shirts festgestellt. Auch hormonell wirksame und krebserregende Chemikalien fanden sich in den Produkten. Die AOK nennt sich weiter Gesundheitskasse.

Nachtrag am 25.8.2016: Heute hat die AOK Stuttgart-Böblingen auf unser Schreiben vom 21. Juni dieses Jahres reagiert. Die Kernaussage: „Für Ihre Hinweise zu den T-Shirts, die wir gemeinsam mit dem Württembergischen Leichtathletik-Verband bei den Kinderwettbewerben im Rahmen dieser Veranstaltung zur Verfügung stellen, danke ich Ihnen. Mit der Prüfung der von Ihnen angesprochenen Sachverhalte haben wir unverzüglich begonnen. Aktuell laufen Gespräche mit allen Beteiligten.“ Gezeichnet, Stuttgart, 22.08.2016, Geschäftsführer Christian Kratzke

Abstinent

11. Juni 2016
von Philipp Scheffbuch
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Männer Jeans

Es ist geschafft: Fast acht Monate haben wir überhaupt keine lange Männerhose verkauft. Weil es keine gab, die unseren Ansprüchen genügt haben. Das war, das könnt Ihr Euch vorstellen, keine ganz einfache Situation für einen Klamottenladen. Aber es musste sein, weil wir hier eine Entweder-Oder-Strategie verfolgen: Entweder Nachweis oder kein Platz bei uns im Regal.
Viele Jeans-Anbieter erwecken leider den Anschein, GOTS zertifiziert zu sein, indem sie nur GOTS zertifizierte Baumwolle einsetzen und im Verkauf das Siegel reinmogeln. Wir finden das alles andere als fair. Wir wollen die komplett zertifizierte Hose anbieten, nichts anderes. Selbst Armed Angels hatte es zu Beginn des Jahres nicht hinbekommen, die im vergangenen Sommer bestellten GOTS-Herren-Hosen auszuliefern, weil sie keine entsprechende Produktionsstätte an der Hand hatten. Wir haben gewartet. Heute endlich sind die ersten GOTS-zertifizierten dunkelblauen Männer-Jeans von Feuervogl hier im Laden in Stuttgart eingetroffen. Wir sind glücklich und freuen uns, dass nächste Woche noch helle Jeans der selben Marke dazukommen werden. Demnächst sind sie auch in unserem Online-Shop zu erwerben. Übrigens: Frauen-Jeans haben wir schon lange im Sortiment.

Draufklicken: Was ist denn GOTS?

Kein Hipster-Scheiß

12. Mai 2016
von Philipp Scheffbuch
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Hipster1

Wir haben einen anstrengenden Namen. Wir haben einen ungewöhnlichen Standort. Unser Bau sieht von außen nicht schick aus. Alles wahr. Das alles lassen wir uns sagen. Wir sind sperrig. Wir sind anders. Dazu stehen wir.
Was wir aber auf keinen Fall sind: wir sind KEIN Hipster-Scheiß! Wir machen das Ganze nicht, um gelangweilte Menschen zu bespaßen. Wir spielen hier keine Lässigkeit.
Wir wollen was beweisen, was verändern. Wir sind wütend. Und wir sind gekommen, um zu bleiben.

Schick und trotzdem 100 % fair

GOTS oder gar nicht

21. April 2016
von Philipp Scheffbuch
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FEuervoglGOTS jeans

Ganz oder gar nicht: in unserem Stuttgarter Laden gibt es nicht nur blaue und schwarze, sondern jetzt auch graue Jeans – (wie immer bei uns) komplett GOTS-zertifiziert. Graue Jeans…dabei mögen wir Graubereiche nicht. In der Green Fashion gibt es aus unserer Sicht zu viele Graubereiche und auch manche gräuliche Fragezeichen. Das betrifft leider auch Jeans. Wir verstehen die Mehrheit der Greenfashion-Jeans-Hersteller nicht, die es nicht hinbekommen (will), sich zertifizieren zu lassen. Ausreden hierfür gibt es genug: So behaupten einige bekannte Greenfashion-Jeansmarken, eine zertifizierte Jeans sei ihnen wegen des Lederlabels nicht möglich. Denn damit könne man kein Zertifikat bekommen. Aus unserer Sicht eine wirklich fabelhafte Geschichte, besteht heute doch längst kein Kunde mehr auf einem Lederlabel, durch das er seinen Gürtel ziehen kann… Das war zuletzt in den Achtziger Jahren ein Statussymbol.
Es gibt bei den Anbietern aber auch positive Ausnahmen: Armed Angels hat es in diesem Frühjahr wenigstens einmal hinbekommen, Jeans mit GOTS (Global Organic Textile Standard)-Zertifikat anzubieten. Wir haben die schönen Hosen hier. Leider sind sie Mangelware, künftig wird es das coole Kölner Label aus „produktionstechnischen Gründen“ nicht mehr schaffen, zertifizierte Jeans anzubieten. Wir werden ab Herbst dann auch keine Armed Angels-Jeans mehr führen.
Wir haben dennoch entsprechende Hosen, und zwar von Sey und Feuervogl; beide Labels sind umfassend GOTS-zertifiziert – und nicht als Mogelpackung wie bei einigen anderen Anbietern nur die Baumwolle. Feuervogl-Jeans in schönen Farben und Schnitten und Styles gibt es bei uns ab 89 Euro. In wenigen Tagen werden wir auch Männer-Jeans von Feuervogl anbieten. Wir freuen uns darauf.

Das GOTS-Zertifikat, Erklärung, hier klicken

Primark und dm

01. April 2016
von Philipp Scheffbuch
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Der irische Textildiscounter Primark wird in Stuttgart zwei Jahre nach Eröffnung der ersten Filiale eine zweite eröffnen. Primark mietet laut übereinstimmenden Medienberichten 8000 Quadratmeter in der einst edlen Fußgängerzone Königstraße an. Bei den Flächen handelt es sich um Teile eines ehemaligen Karstadt-Hauses.
Primark verkauft T-Shirts oft für weniger als zwei Euro. Viele Kunden gehen davon aus, damit ein Schnäppchen zu machen. In Wirklichkeit liegt der Einstandspreis dieser T-Shirt bei nur wenigen Cent. Verlierer sind natürlich die Näherinnen und Näher.
Gewinner des Primark-Geschäftsmodells sind eindeutig die Vermieter, weil sie allein von Primark in dem ehemaligen Karstadt-Haus monatlich mehr als eine halbe Million Mieteinahmen generieren dürften. Der dortige Vermieter ist die Union Investment, die Investmentsparte der genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken. Zur Erinnerung: Die beiden Gründer der Genossenschaften in Deutschland, Schulze-Delitzsch und Raiffeisen, beabsichtigten mit ihrer Idee vor 170 Jahren, dass es kleinen Herstellern und Händlern gut geht, dass sie unabhängig werden vom Großkapital.
Die Drogeriekette dm hat sich über Jahre ein gutes Image erschaffen. Gerne plaudert der Gründer – der Stuttgarter Götz Werner – vom Menschen, der für ihn im Mittelpunkt steht. Auf der anderen Seite geht Werner mit seinen Läden dahin, wo der Rubel rollt. Das ist sein gutes Recht, schließlich will er der erfolgreichste Drogist sein. Insofern überrascht auch es auch nicht, dass dm für geschätzt mehr als 100 000 Euro Monatsmiete Flächen im selben Stuttgarter Haus neben Primark anmietet, um von der Magnetwirkung des Billigklamottenladens zu profitieren. Wirtschaftlich wird das sicher sehr erfolgreich werden. Und genau das scheint auch in der dm-Welt – trotz aller gegenteiliger Beteuerungen – inzwischen der einzige Maßstab zu sein. Wie schön wäre es jetzt, wenn die Drogeriekette ihr philanthropisches Getue etwas zurückstellt? Es wäre zumindest konsequent.

DHL versendet nun keine Urnen mehr

24. März 2016
von Philipp Scheffbuch
in
DHL URNEN

Unser seriöser Transportdienstleister DHL hat heute – zielgenau am Tag vor Karfreitag – über seine neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen informiert. Wir zitieren wortwörtlich: „Ausschluss von Leistungen (Verbotsgut) – Ergänzung Urnenversand. 2(2)4: Der Versand von Urnen mit sterblichen menschlichen Überresten in Standardpaketen ist nicht mehr zulässig. Als Alternative können Sie das Spezialprodukt „DHL Urnenversand“ nutzen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Ansprechpartner der DHL Paket GmbH.“
Wir liefern nur faire Klamotten per DHL. Keine Versandkosten. Kein Mindestbestellwert.
Wir wünschen besinnliche Feiertage.
Frauen
Männer

Money for nothing

10. März 2016
von Philipp Scheffbuch
in
EZB

Die Europäische Zentralbank dreht jetzt endgültig durch; beziehungsweise den Geldhahn auf. Seit heute gibt es für Geschäftsbanken Geld umsonst! Das ist leider kein Scherz, sondern das völlig hilflose Gestochere einer Zentralbank, die ihre bisher schon sehr erfolglose maßlose expansive Geldpolitik weiter fortführt. Begründet wird die erneute Leitzinssenkung mit einer zu niedrigen Inflation. Dabei wird leider gänzlich ausgeblendet, dass die jüngsten deflationäre Tendenzen überwiegend aus den rapide gesunkenen Energiepreisen resultieren. EZB-Chef Draghi flutet Europa mit Geld in bisher nicht gekanntem Ausmaß: Die EZB kauft ab sofort Anleihen im Wert von 80 000 (Achtzigtausend) Millionen Euro, und zwar jeden Monat, schießt also monatlich zusätzlich 20 000 Millionen Euro mehr in den Markt als bisher. Die EZB wird Europa mit Geld fluten und fluten und fluten, die langfristigen Auswirkungen aber werden den Euroraum im Sozialen spalten: Diese Vorgehensweise macht die Vermögenden vermögender und schröpft die kleinen Sparer und Mieter. Positive Einlagenzinsen wird es nicht mehr geben; aufgrund der zügellosen Immobilienspekulationen werden die Mieten dafür im Gegenzug kräftig steigen.
Und sollte es mal wieder zu einer richtigen Wirtschaftskrise kommen, wäre dann endgültig alles geldpolitische Pulver für Gegenmaßnahmen verschossen. Die Schraube (der Geldpolitik) ist aus der Fassung, die EZB wird keine Möglichkeit mehr haben, Impulse zu setzen, wenn dies vonnöten wäre. Das ist eine mehr als gefährliche Entwicklung; heute ist kein guter Tag für Europa.

Armed Angels in Stuttgart

29. Februar 2016
von Philipp Scheffbuch
in
100 Prozent faire Mode, Bekleidung, Neckartor, Event, Mode, Marke

schlechtmensch führt Armed Angels für Männer und Frauen, sowohl online und auch hier im Laden in Stuttgart-Mitte. Das Greenfashion- Label, gegründet in Köln, wird bei jungen Menschen immer beliebter. Das ist eine gute und erfreuliche Entwicklung und nimmt vielen Modebewussten die Scheu, sich in faire Läden wie unseren hier in Stuttgart zu begeben. Wir führen jedoch nicht alle Armed Angels-Artikel.  Voraussetzung, dass wir Armed Angels verkaufen, ist für uns das GOTS (Global Organic Textile Standard)-Label. Weil Armed Angels das aus verschiedenen Gründen (Kapazitäten und Rohstoffe) nicht überall hinbekommt, sortieren wir bei unserer Bestellung Armed Angels Artikel, die nicht zertifiziert sind, streng aus. Denn das Konzept von schlechtmensch basiert auf externen Nachweisen. Wir machen da keine Kompromisse, nicht weil wir Oberlehrer sein wollen, sondern weil wir die Kundschaft nicht allein lassen wollt mit dem Slogan „Wir kennen doch unsere Lieferanten“. Bei uns besitzt jedenfalls alles immer Nachweise. Damit ist klar: Unsere Mode ist organic, Bio und  (ganz wichtig!) fair hergestellt. Wir sind letztlich ein modischer Weltladen für Klamotten und arbeiten auch misind auch im ständigen Austausch mit Weltläden in der Region, die oft  aus Kapazitätsgründen nur wenig Mode anbieten.

Jetzt aber nochmal zu Armed Angels, für alle T-Shirt-Liebhaber: Armed Angels führt künftig kein Signet mehr im Nacken. Die Kölner Verantwortlichen sagen, das habe viele Kunden gestört. Ich persönlich habe andere Rückmeldungen erhalten, aber egal. Wer jetzt noch hier im Laden am Neckartor vorbeikommt, besitzt die ganze Auswahl und findet noch viele T-Shirts, auch mit bewaffnetem Engel auf Nackenhöhe. Unser Laden ist leicht zu finden: direkt am U-Bahn-Halt Neckartor, wir haben aber auch kostenfreie Kundenparkplätze im Hof.

SPD und Flüchtlinge

25. Februar 2016
von Philipp Scheffbuch
in
Mieterverein2

Der Vorsitzende des Stuttgarter Mieterverein und Landtagskandidat, Rolf Gaßmann (SPD), scheint sich in der Flüchtlingspolitik vorsorglich von seiner Partei distanzieren zu wollen. In einem Schreiben des Mietervereins Stuttgart an alle Mitglieder im Wahlkreis Stuttgart-Ost und Bad Cannstatt, bitten die beiden stellvertretenden Mietervereins-Vorsitzenden Daniel Campolieti und Jürgen Hesse alle Mitglieder bei der  anstehenden Landtagswahl den Mietervereinschef Gaßmann zu wählen. Gaßmann, so ist zu lesen, streite „seit Jahren in Stadt und Land für mehr bezahlbaren Wohnungsbau und für die Begrenzung der Mietpreissteigerungen“.

Im vorletzten Absatz des Schreibens betont der Mieterverein, dass die Flüchtlingspolitik nicht im Landtag behandelt werde. Wörtlich: „Und noch eine Bitte: Der Landtag kann nicht für oder gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik entscheiden. Wohl aber entscheidet der Landtag darüber, ob die gesetzliche Kappung der Mieterhöhungen, die Mietpreisbremse bei Wiedervermietungen oder das Verbot von Wohnungsleerstand auch nach dem 13. März noch gelten werden. (….) Bitte gehen Sie zur Wahl und helfen Sie dabei mit, dass Rolf Gaßmann auch Ihre Mieterinteressen im nächsten Landtag vertreten kann.“

Dieser Brief auf offiziellem Briefpapier des Mietervereins ging am gestrigen Mittwoch allen Mitgliedern im Wahlbezirk zu, das Porto wurde finanziert aus Mitgliedbeiträgen. Rolf Gaßmann wollte unsere telefonische Rückfrage, warum er sich von den SPD-Positionen in der Flüchtlingspolitik zu distanzieren scheint, nicht beantworten. Dass der Mieterverein mit seiner Argumentationskette auch jedem AfD-Wähler die Möglichkeit einräumt zu behaupten, seine Wahlentscheidung habe nichts mit deren Flüchtlingsprogramm zu tun, sondern mit der AfD-Wohnungs- oder -Verkehrspolitik, nimmt Gaßmann anscheinend in Kauf. Schade.

Asyl statt Abgas

20. Februar 2016
von Philipp Scheffbuch
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BLOG

In Baden-Württemberg herrscht Wahlkampf und keiner bekommt es mit. Wohl auch weil es nur ein Thema zu geben scheint: Flüchtlinge. Erstaunlicherweise gibt es hingegen gar keine Debatte über die hiesige Schlüsselindustrie, die gerade zugegeben musste, dass sie seit Jahren bei den Emissionen – in Komplizenschaft eines zahmen Gesetzgebers – betrügt. Eigentlich wäre das ein echtes Landtagswahlthema: Bosch, Porsche und – via Porsche-Mehrheitsbesitz –  auch VW werden aus dem Ländle gesteuert. Der langjährige VW-Chef-Schummler Winterkorn ist waschechter Schwabe und sitzt momentan nicht wie andere Betrüger in Lima, sondern unbehelligt in Leonberg. Selbst Daimler scheint ernste Probleme mit den angegebenen Abgaswerten zu haben. Die Untertürkheimer müssen sich in den USA zumindest einer Sammelklage stellen.

Und was passiert im hiesigen Wahlkampf? Der grüne Verkehrsminister fordert Fahrradstellplätze bei Neubauten. Die Landesregierung und die Opposition fressen fleißig Kreide. Weder Kretschmann, Schmid noch Wolf machen den organisierten Betrug zum Wahlkampfthema. Mit der Schlüsselindustrie will sich niemand anlegen, man weiß schließlich nicht, wie der Wähler das findet. Überzeugend ist das nicht. Mutig auch nicht. Und souverän schon gar nicht.

 

 

 

Gutmensch wird Unwort

12. Januar 2016
von Philipp Scheffbuch
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Das Unwort des Jahres 2015 (wobei zu untersuchen wäre, wann endlich „Unwort“ zum Unwort wird)  lautet „Gutmensch“. Damit seien diejenigen beschimpft worden, „die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen“, so die Jury in ihrer Begründung. Mit dem Vorwurf des „Gutmenschentums“ würden „Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.

Bleibt eine Frage an die Jury: Ist denn Schlechtmensch im Umkehrschluss jetzt das Wort des Jahres? Wir sind dafür.

Dass wir schlechtmensch heißen, hat seinen Grund, auch, wenn wir keine sprachwissenschaftliche Jury sind: Wir haben die Schnauze voll von Kategorien. Wir sind gut und handeln wie alle in der Wirtschaft: VW nennt sein neues Rentner-Auto „Sport“, Ludwigshafen seine Müllverbrennungsanlage „MVV Umwelt“. Wir sind also in bester Gesellschaft.

Wohin mit dem Geld?

15. Dezember 2015
von Philipp Scheffbuch
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Spekulationsfläche

Das Geld sitzt locker. Ich habe gerade ne tiefschürfende Pressemitteilung bekommen:

Der weltweite Luxusgütermarkt wird 2015 erstmals die Billion schaffen. Die Umsätze wachsen numerisch um 14 Prozent auf 1,044 Billionen Euro. Wechselkursbereinigt entspricht dies einem Plus von fünf Prozent. Besonders deutlich steigt dieses Jahr die Nachfrage nach luxuriösen Autos (wechselkursbereinigt plus acht Prozent) und Luxushotelübernachtungen (plus sieben Prozent). Die Luxusgüter des persönlichen Gebrauchs – Uhren, Schmuck, Mode, Leder und Kosmetik – legen numerisch um 13 Prozent auf 253 Milliarden Euro zu.  Das ist das Ergebnis der gemeinsamen Studie „Luxury Goods Worldwide Markets Monitor 2015“ der internationalen Managementberatung Bain & Company und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma.

Also im Klartext: 1044 Milliarden Euro wurden innerhalb eines Jahres für Luxusgüter ausgegeben. Die Branche wächst um sagenhafte 14 Prozent. Es geht den Menschen anscheinend gut, zumindest vielen.

Fast alle Zentralbanken der Welt fluten die Märkte mit billigem Geld. Die Preise für Vermögenswerte steigen und steigen. Viele Menschen wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld. Die Zinsen sind am Boden. Die Banken empfehlen den Wohlhabenden deshalb, viel Geld aufzunehmen, um in reale Dinge zu investieren: Häuser, Uhren, Kunst und Grund und Boden.

Es sind längst nicht mehr nur schillernde Vermögensberater, die das Geschäft betreiben, nein in Bayern habe ich kürzlich den obigen Aushang in einer ganz normalen biederen Sparkasse auf dem Land gesehen. Es wird auf Ackerflächen gezockt. Frohe Weihnachten!

Kriminalgeschichte in Stuttgart

18. November 2015
von Philipp Scheffbuch
in
Blog VW

VW – verrückte Welt, verrücktes Württemberg.

Die Drahtzieher des eingestandenen Abgas-Betruges kommen alle gemütlich aus unserer stolzen Region Stuttgart. Entweder direkt aus Stuttgart wie der VW-Mehrheitseigentümer, der aktuelle VW-Chef und der Softwarelieferant oder aber aus dem Vorörtchen Leonberg wie der frühere VW-Chef. Alle gemeinsam und alle einzeln haben es nicht verhindern können oder wollen, dass mehr als zehn Millionen Kunden betrogen wurden, und Hunderte Millionen Menschen über Jahre die Abgase der selbst deklarierten Fahrzeuge einatmen mussten.

Das wäre normalerweise ein Aufreger.

Aber momentan ist alles kein Problem in diesem Land, gemessen an der Aufregung um ein abgesagtes Freundschafts-Länderspiel.

VW, da sind sich jetzt anscheinend schon alle einig, darf nicht untergehen. Es gibt einen beeindruckenden Schulterschluss zwischen Politik, Justiz, Öffentlichkeit und den Akteuren in Zuffenhausen (Porsche-Holding) und auf der Schillerhöhe (Bosch). Das gemeinhin fast als gemeinnützig dargestellte Unternehmen Bosch lässt verlauten, man habe den Kunden VW gewarnt, diese Software Millionenfach einzusetzen. Das ist bigott oder wie  kürzlich ein Leserbriefschreiber in der „FAZ“ schrieb..: „Das erinnert an Verkäufer von Kilometer-Manipulationssoftware, die ihre Kunden pflichtbewusst darauf hinweisen, dass der Einsatz einer solchen Software einem späteren Käufer des Gebrauchtwagens mitgeteilt werden müsse.“

Auch der VW-Mehrheitseigentümer in Zuffenhausen spielt seit Wochen gelassen Hase und will von überhaupt gar nichts gewusst haben. Selbst die Gewerkschaften zerkauen fleißig Kreide, weil sie mit ihrer Vorzeige-Gewerkschaft IG Metall jahrelang mit am Steuer in Wolfsburg saßen, wollen davon aber nichts gewusst haben.

Und die um Unsummen an KFZ-Steuereinnahmen und Umweltplaketten-Zulassungen betrogene Bundesregierung beißt sich angestrengt auf die Lippen, weil Volkswagen für die deutsche Wirtschaft viel zu wichtig ist und die öffentliche Hand übrigens 20 Prozent der Stimmrechtsanteile hält.

Selbst vom Feinstaub gebeutelte Städte wie Stuttgart erheben keine Klage gegen den Autoriesen, von dem sie über Jahre nachweislich betrogen wurden in den (wie auch immer gearteteten oder vorgespielten) Bemühungen, die Emissionswerte EU-Konform zu senken. Es ist ernüchternd zu beobachten, wie systematisch und selbstverständlich immer häufiger der Bock zum Gärtner gemacht wird.

Umso erfreulicher ist es, dass es Menschen mit Ausdauer und nachvollziehbaren Koordinaten gibt, die sich nicht fügen wollen in den täglichen Wahnsinn und daran erinnern, welche Spielregeln ursprünglich eigentlich vereinbart waren und auf dem Papier immer noch gelten. Am Samstag, den 21.11., ist es wieder soweit: Hunderte Menschen pilgern von 13 Uhr an vom Marienplatz zum Neckartor, um zu protestieren gegen Feinstaub und lautstark überfällige Konsequenzen anzumahnen.

Weitere Infos: https://bineckartor.wordpress.com/

 

schlechtmensch  – der andere Fair Trade Laden in Stuttgart – sitzt nicht zufällig direkt am Neckartor. Wir mögen Realitäten; und weil wir sie mögen, besitzen wir auch ein gesundes Misstrauen.

Anders als Volkswagen reichen uns Selbstauskünfte (auch bei Fair Trade-Artikeln) nicht aus. Wir wollen Beweise, objektive Nachweise.

So bieten wir entweder nur GOTS-zertifizierte Mode oder Kleidung, die im Monitoring-System des internationalen Weltladen-Verbandes überprüft wird, an.

Insofern freuen wir uns, dass die Aufrechten am Samstag hier direkt an unserem Shop vorbeiziehen.

 

Gefährlich sind nicht die Protestierenden, gefährlich sind immer die Angepassten!

Alle sind fröhlich….

12. November 2015
von Philipp Scheffbuch
in
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Es gibt keine guten und keine schlechten Orte. Schön ist es überall, wo sich Menschen versammeln. Auch, wenn es leicht pastoral klingt, das ist keine Erkenntnis aus der Bergpredigt, sondern eine Erkenntnis, die ich ganz alleine, aber in gewohnt prätentiöser Art, verfasst habe.

Es gibt nicht nur spannende bisher kaum entdeckte Inseln in der Südsee, sondern auch in mancher niedlichen Großstadt…

 

Hingehen, wo es wehtut

03. November 2015
von Philipp Scheffbuch
in
schlechtmensch3

Es ist geschafft.

Wir sind endlich da, wo wir hinwollten.

Mitten im Leben.

Nicht in einer hübsche Seitenstraße, nicht in einer Wohlfühlecke, da sind schon alle anderen…

Wir möchten keinen Rückzug, kein Milieu bedienen, keine Blümchen pflücken; wir hüpfen mit nachweislich fair hergestellten Klamotten ins Leben, ins echte Leben.

Uns kann niemand übersehen. An unserem Laden am Rande der Stuttgarter Innenstadt tuckern täglich 90.000 Autos vorbei.

Direkt vor uns ist der Eingang der unterirdischen U-Bahn-Station, an der alle 60 Sekunden eine Stadtbahn anhält. Hier kämpfen sich Hunderte Menschen morgens zum Beton-Eingang und schleppen sich abends erschöpft nach Hause.

Morgens und abends dreht sich an der Straßenkreuzung kein Rad mehr, es staut sich in alle Richtungen, wild wird gehupt, die Gesichter der Chauffeure sind versteinert, die Blicke leer, alle ringen angestrengt um Fassung.

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